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Kultur, Blog, In Ukraine, Wichtig Halyna Kapustynska

Die Volksmalerei ist die Kunst mit besonderer Seele

16.09.2019, 10:00

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Das IwanHontscharMuseum hat die Serie der thematischen Schaustellungen «Auswahl» begonnen, deren Ziel ist, die Besucher mit den besten Mustern der Fondssammlungen bekannt zu machen. Das Projekt wurde mit der Ausstellung «Malerei» eröffnet. Darin sind die bildnerischen Denkmäler, die von Iwan Makarowytsch Hontschar in sein Hausmuseum und von den Wissenschaftlern schon in die staatliche Sammlung gesammelt wurden, präsentiert.

Generell, werden Sie die Werke von Volksmalern, die die Haus- und Kirchenikone des XVII. Jahrhunderts – der Mitte des ХХ. Jahrhunderts aus verschiedenen Regionen der Ukraine, und zwar: Gebiet Tscherkassy, Gebiet Poltawa, Gebiet Kiew, Gebiet Tschernihiw, Podolien, Galizien, Bukowina, Pokutien und Mittleres Dneprgebiet repräsentieren, in der Schaustellung sehen.

Unsere Redaktion ist ins Iwan-Hontschar-Museum gekommen, um Ihnen über den künstlerischen Wert und die Besonderheiten der ukrainischen naiven Kunst zu erzählen. Tetiana Mykolaivna, stellvertretende Generaldirektorin für wissenschaftliche Arbeit, hat uns gerne geheimnisvolle Seiten der Bilder, die in dieser Richtung präsentiert sind, anvertraut. Also, wir schlagen vor, sich zusammen mit uns in die Atmosphäre der Kunst der Volksmalerei zu versenken.

«Die Ikone, die Sie sehen, ist die Mariä Geburt. Sie ist dadurch interessant, dass sie, auf den ersten Blick, als volkstümlich scheint, aber die Raumausgestaltung innen ans ukrainische städtische Haus erinnert. Wir sehen, dass es hier sowohl einen kleinen Ofen, als auch einen großen Ofen, und die Töpfe gibt, das heißt, die eigenartige damalige Ethnographie widerspiegelt ist. Wenn man die Ikone ausführlicher einsieht, merkt man, dass der Körper des Kindes dem Erwachsenen ähnlich ist, und jeder Mensch seiner Arbeit nachgeht: jemand wird gebadet, jemand wird ins Bett gelegt, die Mutter wird gepflegt. Auf dem Bild sind auch die Elemente der Stickerei, zum Beispiel, ein sehr guter Rupfen dargestellt», – erzählt Tetiana Mykolaivna Poshyvailo.

Die Volksbilder wurden intuitiv, fast ohne Benutzung der bildnerischen Mittel, der Gesetze des Helldunkels und der Reflexionen geschaffen. Die Maler bemühten sich, die Abbildung einfacher und summarisch zu wiedergeben, wodurch die Werke die emotionelle Kraft und die tiefe Symbolhaftigkeit erlangten. Deshalb unterscheidet sich die naive Kunst durch besondere Poetizität, Einfachheit und Bündigkeit. Zudem mochten die Ukrainer von lange her die Einfachheit im Großen wie im Kleinen, sogar im Bild. Sie bestellten oft bei den Malern eine große Ikone, aber mit einigen Gestalten, solche Bilder kosteten doch billiger.

«Die dreiteiligen oder die fünfteiligen Volksikonen sind ziemlich interessant zusammengestellt. Auf einer Bahn wurden drei oder fünf Heiligenbilder gezeichnet (gemalt) und mit den Handtüchern getrennt. Deshalb mussten die Leute für jede Ikone gesondert nicht zahlen».

Weiter stoßen wir auf ein ziemlich interessantes Exponat – der Ikone, deren Autor der Djaken von Taras Schewtschenko sein konnte.

«Wie die Sage erzählt, hat der Heilige Mykyta den bösen Feind bekämpft, deshalb wurden seine Gestalten in den Häusern als Amulett von jedem Übel gehängt. Wie sich Iwan Makarowytsch Hontschar erinnerte, konnte die Ikone Taras Hryhorowytsch Schewtschenko oder dem Djaken, bei dem er lernte, gehören».

Und was uns wirklich überrascht hat – die Ikonen, in deren Gesichtern die Züge jemandes von den Verwandten, und nicht die religiösen Gestalten erkannt werden können.

«Die Hausikone ist eine Abart der kleinen Ikonen, die sich die geringen Leute gönnen konnten. Manchmal, solche Gestalten dem Heiligenmaler bestellend, bat man darum, damit die Züge jemandem aus der Familie, zum Beispiel, der Mutter ähnlich sahen. Also, in der damaligen Volksikone lassen sich die Porträtzüge  der Ukrainer zurückverfolgen. Die Kirche unterstützte solche Ungebundenheiten nicht, aber diese Tradition ist dennoch lebendig», – erzählt Tetiana Mykolaivna.

Unter den einmaligen Exponaten sind die Muster des berühmten traditionellen Volksbildes der ХVIII.-ХІХ. Jahrhunderte präsentiert. Wir waren überrascht, als wir erfahren haben, dessen Kosaken die Gestalt für heilig hielten und warum die Sowjetmacht verbot, sie in den Museen zu halten. Die Mitarbeiter haben erzählt, wer dieser geheimnisvolle Held ist, der sogar an den Wänden und Bienenhäusern abgebildet wurde.

«Der Kosak Mamai galt als Äußerung des Nationalismus, deshalb wurden die Bilder mit ihm vernichtet. Die Abbildung des Kosaken mit der Bandura unter der Eiche kam quasi in jedem Bauernhaus vor, und nicht nur die Bilder – die Türen, Wände und sogar Bienenhäuser wurden bemalt. Warum hatte man so viel Angst vor diesem Helden? Man sollte meinen, der Kosak sitzt, spielt Kobsa oder Bandura, unter der Eiche, neben ihm steht ein Pferd, die Sachen sind aufgelegt, aber nämlich in dieser Ruhe und diesem Gleichgewicht spürt man die Kraft. Man kann ihn mit dem Östlichen Heiligen oder mit dem Buddha vergleichen. Den Legenden nach, zeichneten sich die Kosaken-Harakternik, die Naturgewalten zu beherrschen wussten, aus. Man sagt, dass Mamai eben solcher Kosak war».

Eine Reihe von den Malerarbeiten ergänzen die Volkslandschaften, Haushaltsszenen aus dem dörflichen Leben («Wiedersehen», Panas Plitik, 1889; «Halia trägt das Wasser», Mitte des ХХ. Jahrhunderts), die Porträts der ukrainischen Mädchen («Kateryna», die І. Hälfte des ХХ. Jahrhunderts, «Porträt des Mädchens im Kranz», Panas Yarmolenko, die 20.-30. Jahre des ХХ. Jahrhunderts), die Stilleben («Stilleben mit der Wassermelone», Dmytro Perepelytsia, die 1930. Jahre) und andere.

«Warum nämlich das Stilleben? Wir meinen, dass der Herbst mit der Reichlichkeit assoziiert wird. Wenn die ganze Ernte bereits hereingebracht ist, wenn die Seele des Wirtes ruhig ist, und zum Schluss dieser Apotheose der Reichlichkeit – ist die Wassermelone auf dem Tisch abgebildet».

Und abschließend wurden die Bilder zum Thema der Liebe und Reichlichkeit in der Ausstellung, die im Vergleich zu den vorhergehenden Bildern die lebhafteren Farbtöne haben, und einige Bilder sind mit den Nöten der Ironie durchgesetzt.

«In der Regel, kamen die Brautpaare am Abend beim Brunnen zusammen, weil am Tage Gott bewahre. Na also, auf dem Bild ist das Wiedersehen des Paars am Tage dargestellt und alles:‘Laufe Petro mit Natalka weg, die Mutter läuft mit der Teigrolle’. Damalige Zeiten waren ziemlich konservativ, deshalb war es den Brautpaaren vor der Hochzeit verboten, ihre Gefühle offen zu zeigen».

Краєвид села з церквою

Die Schönheit der Ikonen ist in besonderer naiver Ausführung – von denen es unmöglich ist, den Gleichmut zu bewähren. Sie erinnern an die ukrainische Innigkeit und Liebe zum Schönen. Die Ausstellung «Auswahl: Malerei» wird Ihnen eine andere Seite der Kunst der Ikonenmalerei – einer ungewöhnlichen, geheimnisvollen und malerischen Kunst zeigen.

Foto: Halyna Kapustynska

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